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Niederwild Treibjagd Vorstehtreiben Buschieren Kesseltreiben – Gesellschaftsjagd in Deutschland

23/04/2019
jaeger-werden
Niederwild Treibjagd Vorstehtreiben Buschieren Kesseltreiben – Gesellschaftsjagd in Deutschland

Niederwild Treibjagd Vorstehtreiben Buschieren Kesseltreiben – Gesellschaftsjagd in Deutschland
• Was ist eine Treibjagd?
Das Zusammenwirken mehrerer Jäger mit Treibern und Hunden. Diese Jagdform findet hauptsächlich ihre Anwendung auf Niederwild. Man muss auch von einer Treibjagd sprechen, wenn mit Treibern und Hunden Schalenwild bejagt wird.

• Welche Formen der Niederwildtreibjagd sind bei uns gebräuchlich?
Vorstehtreiben/ Standtreiben, Böhmische Streifen, Kesseltreiben und Buschieren.

• Was sollte vor jeder Niederwildjagd auf den Feldhasen überlegt werden?
Ob genügend Wild vorhanden ist, um eine Treibjagd abzuhalten. Durch Scheinwerferzählungen im Oktober kann man den Hasenbesatz relativ genau einschätzen. So sollten im Revierdurchschnitt auf 100 Hektar (= 1 qkm) mindestens 15 Hasen gezählt werden, um eine Treibjagd auf Hasen durch-zuführen. Werden unter 15 Hasen auf 100 Hektar gezählt ist eine Treibjagd auf Hasen aus wildbiologischen Gründen abzulehnen und schadet nachhaltig dem Hasenbesatz.

• Was versteht man unter einem Vorstehtreiben?
Die Schützen beziehen feste Stände, auf denen sie bis zum Abblasen und Entladen bleiben müssen. Treiber machen das Wild hoch, gelegentlich unterstützt von Hunden und treiben es diesen Standschützen zu.

• Wie sollte das zahlenmäßige Verhältnis zwischen Schützen und Treiber aufgeteilt sein?
Unbedingt mehr Treiber als Schützen (etwa 2 :1).

• Was sind bei Feldstreifen und Kesseltreiben Durchgeh- oder Treiberschützen und dürfen diese auf Wild schießen?
In der Treiberreihe gehen Schützen mit, die nur umsichtig nach rückwärts schießen dürfen. Das nach vorne oder zur Seite flüchtende Wild „gehört“ den Vorstehschützen. Es darf nicht sein, dass nach einer Treibjagd Durchgehschützen das meiste Wild erlegt haben und damit Jagdkönig werden. Es ist auch eine gute Regel, dem Wild das sich nach rückwärts „rettet“ die Chance zu geben und es nicht zu erlegen.

• Welche Gefahren bestehen, wenn Schützen als „bewaffnete Treiber“ eingesetzt werden?
Durchgeh- oder Treiberschützen dürfen nur bei Feldstreifen und Kesseltreiben eingesetzt werden. Im Treiben umgehen diese die dichtesten Horste aus Sicherheitsgründen, dadurch kann sich mehr Wild drücken. Das Mitführen einer geladenen Flinte im Treiben birgt Gefahren (Stolpern, Hängen bleiben usw.). Zurückgebliebene Treiber und Hunde können sich unbemerkt hinter der Treiberwehr befinden und versehentlich beschossen werden.

• Wie funktioniert eine Streife?
Jäger und Treiber (ideal = 1 Schütze auf 2 Treiber) bilden eine gerade Front, und streifen so durch das Gelände. Dieses muss übersichtlich sein. Gelegentlich werden einzelne Schützen am Ende eines Treibens vorgestellt. Sobald diese Vorstehschützen in den Gefahrenbereich geraten, darf nur noch nach hinten geschossen werden.

• Was ist eine „Böhmische Streife“?
Bei ihr wird nicht nur - wie bei der Streife - eine gerade Front gebildet, sondern rechts und links je ein vorgezogener Flügel.

• Kann inan bei einer Streife die Hunde als Treiber einsetzen?
In der Regel nicht, weil sie das Wild zu früh nach vorne wegdrücken, in größeren stehenden Senf-, Raps-, Bohnen- oder Maisäckern kann es aber notwendig sein, gehorsame Hunde stöbern zu lassen, danach kommen sie wieder an die Leine.

• Was ist das „Buschieren“?
Eine Jagdart auf Niederwild im Gelände mit niedrigem Bewuchs, wobei der Hund unter der Flinte (Schrotschussentfernung) das Wild sucht, hochmacht oder evtl. vorsteht, so das der Jäger es gut erlegen kann. Vor allem das gute Zusammenspiel zwischen Hund und Hundeführer macht diese Jagdart auch für begleitende Schützen sehr reizvoll.

• Wie funktioniert ein Kesseltreiben?
Schützen und Treiberbilden einen Kreis, indem sie von einem zentralen Punkt nach zwei Seiten auslaufen. Ist der Kreis geschlossen, wird angeblasen. Erst jetzt darf geladen und geschossen werden. Der Kreis aus Schützen und Treiber bewegt sich nun gleichmäßig auf eine markierte Mitte zu. Dabei werden die Abstände zwischen den Treiber und Schützen immer geringer und der Kessel immer kleiner.

• In welche Richtung darf dabei geschossen werden?
Bei Kesseltreiben bestimmt der Jagdleiter, ab wann nicht mehr in den Kessel geschossen werden darf. Ist der Kessel auf etwa 300 Meter Durchmesser geschrumpft, ertönt das Signal „Treiber in den Kessel“. Die Treiber lösen sich jetzt aus dem Schützenkreis und dringen zum Mittelpunkt vor. Die Schützen bleiben stehen und dürfen dann nur noch nach außen schießen. Sobald die Treiber sich in der Mitte getroffen haben, wird abgeblasen.

• Auf welche Wildart das die Kesseltreiben primär ausgerichtet?
Auf den Feldhasen.

• In welchem Gelände kann man Kesseltreiben machen und zu welcher Jahreszeit?
Das Gelände muss nahezu eben und übersichtlich sein (keine Hügel, kein Buschwerk, Gebäude, Waldparzellen, Bäche usw.). Gejagt wird erst im Frühwinter, wenn die Felder abgeerntet sind. Alle Beteiligten müssen sich ständig sehen können, sonst ist ein sauberer Kreis nur schwer zu bilden und das Schießen wird gefährlich.

• Dürfen die Hunde beim Kesseltreiben frei laufen?
Die Hunde müssen an der Leine bleiben, damit die Schützen ungehindert schießen können. Hunde, die in solchen Treiben frei laufen dürfen, werden meist schusshitzig und für einen ordentlichen Jagdbetrieb unbrauchbar.

• Darf man auf Niederwildjagden auch mit der Kugel schießen, etwa wenn überraschend Sauen Vorkommen?
Nur wenn dies vorher vom Jagdleiter ausdrücklich erlaubt wurde und nur im vorgegebenen Rahmen. Patronen mit Flintenlaufgeschossen müssen so mitgeführt werden, dass Verwechslungen mit Schrotpatronen ausgeschlossen sind (UW § 2 Abs. 4).

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