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Waldbewirtschaftung Ziele Entwicklungsphasen Stadien Waldrevier Umtriebszeit – Jägerprüfung Hilfe

04/05/2019
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Waldbewirtschaftung Ziele Entwicklungsphasen Stadien Waldrevier Umtriebszeit – Jägerprüfung Hilfe

Waldbewirtschaftung Ziele Entwicklungsphasen Stadien Waldrevier Umtriebszeit – Jägerprüfung Hilfe
• Was sind Ziele des modernen Waldbaus?
Auf Grundlage der Erfahrungen, die insbesondere in den letzten Jahrzehnten gemacht wurden, vermeidet man heute Kahlschläge auf großen Flächen, ebenso gleichaltrige Reinbestände. Der Wald soll mit standortsgemäßen Baum“ und Straucharten möglichst artenreich und stufig aufgebaut sein, der Holzvorrat sich in qualitativ bester Verfassung und auf optimaler Höhe befinden. Ziel ist also eine Dauerbestockung von gesundem, stabilem Mischwald, die erreicht wird, indem junge Bäume im Schutz der alten allmählich nachwachsen.

• Welche Methoden der Waldbehandlung und Waldverjüngung unterscheidet man?
Die naturgemäße Waldwirtschaft bedeutet die Abkehr vom Altersklassenwald. Sie wendet - wo immer möglich - die einzelstammweise Pflege und Nutzung konsequent an und hat je nach Standortskraft gemischte, ungleichaltrige, standortsgerechte, stabile Dauerbestockungen (Dauerwald) auf einer Fläche zum Ziel anstelle von gleichaltrigen Reinbeständen auf verschiedenen Flächen. Wo immer möglich werden die Bestände natürlich verjüngt.

In den höheren Lagen unserer Mittelgebirge und im Alpenraum wird seit vielen Jahrhunderten der Plenterwaldbetrieb praktiziert. Im Plenterwald wachsen Kernwüchse schattenertragender Nadel- und Laubbäume - v.a. Fichten, Weißtannen und Rotbuchen - aller Altersstufen gemischt. Hier wird nicht flächenweise abgeholzt, sondern man entnimmt nur einzelne Bäume, was man Plenterhieb nennt. An den Hiebstellen stellt sich Naturverjüngung ein.

Das Schwachholz wird für Zäune und Brennstoff verwendet, das Starkholz als Bauholz. Es handelt sich um eine pflegliche, nachhaltige Nutzung, die durch den stufigen Aufbau zu sehr stabilen Wäldern führt. Plenterwälder findet man u.a. im standörtlichen Optimumgebiet der Weißtanne im Schwarzwald.

Werden dem Altholzbestand nicht bloß einzelne Bäume entnommen, sondern kleine Gruppen in unregelmäßiger Verteilung, spricht man von Femel- hieben. Im Femelschlagbetrieb geht die sich auf den Femellöchern ein-findende Naturverjüngung mit fortschreitenden Hiebseingriffen in langen Zeiträumen ineinander über.

Im Schirmschlagbetrieb, dem Hauptverjüngungsverfahren bei der Rotbuche, werden alte Bäume entnommen, um das Kronendach aufzulichten. Mittels dieser Vorbereitungshiebe wird der Boden für das Keimen der Natursaat vorbereitet.

Es folgen dann weitere Hiebe, bis in etwa 20 bis 40 Jahren die neue Waldgeneration die alte abgelöst hat. Dieser Betrieb führt allerdings wiederum zu nahezu einschichtigen Beständen und wird daher heute nur noch selten angewendet.

Im Saumschlagbetrieb schreiten die Saumschläge auf schmalen Streifen, am besten aus nord-östlicher Richtung, stetig fort, wobei sich an den Altholzrändern Naturverjüngung einfindet.
Verschiedene Variationen und Kombinationen der vorstehenden drei Verjüngungsmethoden ergeben noch andere Formen des Hochwaldbetriebes.

Im Kahlschlagbetrieb wird der Waldbestand auf einer bestimmten Fläche auf einmal eingeschlagen. Arbeitstechnisch ist der Kahlhieb sehr günstig, da jeweils große Holzmengen anfallen und mit entsprechendem Maschineneinsatz vorgegangen werden kann. Nach der Wiederaufforstung leiden die Jung-pflanzen oft unter Trockenheit und Frost, Schäden durch Mäuse, Käfern und Pilzen, zudem unter Wildverbiss, meist viel mehr als im Halbschatten wachsende Pflanzen. Zudem stellt sich eine sehr konkurrenzstarke Kahlschlagsvegetation ein, es kommt zu einem Versauerungsschub der Böden und an Hängen kann es zu Erosionsschäden kommen.

• Wie wird ein Bestand künstlich begründet?
Unter einer künstlichen Bestandsbegründung versteht man Pflanzung oder Saat; diese ist fast stets nach einem Kahlhieb erforderlich. Vor der Maßnahme kann der Schlagabraum beseitigt oder auf Wällen zusammengeschoben werden. Heute belässt man ihn auch häufig auf der Fläche, um so eine kontinuierliche Nährstoffversorgung in der nächsten Waldgeneration zu gewährleisten.
Die Pflanzenverbände sind bei Kiefer am engsten, z.B. 2,0 m von Reihe zu Reihe, 1,0 m in der Reihe (5.000 Pflanzen je ha). Bei der Fichte, die früher oft im 1 m x 1 m-Verband gepflanzt wurde, ist man längst zu weiteren Verbänden übergegangen, z.B. 3,0 m x 2,0 m, das sind rd. 1.670 Pflanzen je ha.

Bei Laubbäumen werden heute i.d.R. 3.000 bis 8.000 Pflanzen je ha gepflanzt. Die Pflanzen werden zumeist von Forstbaumschulen bezogen und im Alter von zwei bis vier Jahren gesetzt.
Bei der Eichen-Trupp- oder Nesterpflanzung werden an ca. 60 Stellen pro ha je 20 Eichen und 10 schaftpflegende Baumarten (Hainbuche, Linde) gepflanzt. Die Zwischenräume bleiben sich selbst überlassen; dadurch werden die Kosten gesenkt und die natürliche Sukzession wird gefördert. Die Saat spielt heutzutage eine untergeordnete Rolle. Die Eichen-Arten werden auf nicht zu wüchsigen Standorten gesät, was den Vorteil einer ungestörten Wurzelentwicklung hat. Allerdings ist die frost- und verbissgefährdete Phase länger.

• Wie nennt man die einzelnen Entwicklungsphasen im Altersklassenwald?
1 Kultur oder Schonung-, Eine junge Anpflanzung oder Saat bis zur gesicherten Phase, in der keine Ausfälle mehr zu erwarten sind.
2 Jungwuchs-, Von der gesicherten Kultur bis zum Kronenschluss, Höhe etwa 2 m
3 Dickung-, Ab der Jungwuchsphase bis zur beginnenden Astreinigung und einer Höhe von etwa 10 m
4 Stangenholz-, Höhe 10 bis 15 m, hier liegt der Schwerpunkt der natürlichen Astreinigung.
5 Baumholz: Angehendes Baumholz reicht von 20 bis 35 cm, starkes Baumholz von 36 bis 50 cm Stammdurchmesser in Brusthöhe.
6 Altholz: Ab einem Durchmesser von über 50 cm redet man vom Altholz. Hier werden erste Maßnahmen zur Bestandesverjüngung eingeleitet.

• Welche Stadien der Bestandspflege gibt es?
Die Kulturpflege besteht in der Hauptsache im Freihalten der Pflanzungen oder Saaten von Konkurrenzflora durch Freischneiden. Dieses wird heutzutage sehr extensiv gemacht, um die Artenvielfalt zwischen den Reihen zu erhalten.

Hinzu kommt der Schutz gegen tierische Schädlinge und Pilzkrankheiten. Leider müssen Kulturflächen - Paradiese für das Wild - häufig eingezäunt werden als Folge zu hoher Schalenwildbestände und wenn ein Einzelschutz der Pflanzen unwirtschaftlich ist. Sehr seltene Baumarten, wie z.B. Eibe, Wild-Birne, Wild-Apfel oder Speierling können durch Drahthosen einzeln geschützt werden.

Die entsprechende Maßnahme in Naturverjüngungen wird Schlagpflege genannt. Hierbei wird eine Negativ-Auslese vorgenommen, d.h. v.a. durch den Verjüngungshieb beschädigte und angeschobene Jungpflanzen werden entnommen.

Nach Abschluss der Kultur- und Schlagpflege, der Etablierungsphase, bis zur Ernte unterscheidet man folgende Pflegemaßnahmen:
• Jungwuchspflege: Von der gesicherten Verjüngung bis Kronenschluss, Oberhöhe 2 m.
• Jungbestandspflege: Vom Bestandesschluss und beginnender Differenzierung bis zum Abschluss der natürlichen Astreinigung - der Qualifizierungsphase - bis zu einer Oberhöhe von ca. 12 bis 15 m. In dieser Phase erfolgt eine Negativ-Auslese, d.h. es werden extensiv Beschädigte, Protzen und Zwiesel entnommen.
• Durchforstung: Nach Erreichen der angestrebten astfreien Stammlänge - das ist bei Laubbäumen i.d.R. 25% der zu erreichenden Endhöhe, also bei 40 m Endhöhe 10 m astfreie Schaftlänge - werden die Bedränger der 60 bis 200 Zukunftsbäume/Hektar in mehreren Eingriffen entnommen; damit soll den verbleibenden Bäumen mehr Standraum (mehr Licht, Wasser und Nährstoffe) gegeben, der Bestand soll stabilisiert werden. Nadelbäume werden i.d.R. künstlich geästet. Man spricht von der Dimensionierungsphase.
• Vorratspflege: Diese fällt in die Reifephase. Hier erfolgt die Ernte einzelstammweise vom starken Ende her, hiebsreife Exemplare von Mischmaumarten sowie evtl. geschwächte oder vorgeschädigte Bäume werden entnommen und die Verjüngung wird vorbereitet.

• Was ist ein Waldrevier?
Im jagdlichen Sinne besteht ein Waldrevier im Unterschied zum Feldrevier zum größten Teil aus Wald. In der Forstorganisation versteht man unter einem Revier eine Außenstelle eines Forstamtes. Ein solches Revier umfasst meist zwischen 1.000 und 2.000 Hektar. Die Forstbetriebsflächen sind dauerhaft in Distrikte (30 bis 150 Hektar) und Abteilungen oder „Jagen“ (20 bis 30 Hektar) gegliedert, die häufig von Schneisen, Wegen oder Wasserläufen voneinander getrennt und mit nummerierten Steinen oder mit Tafeln gekennzeichnet sind. Die Abteilungen wiederum werden in Bestände unterteilt.

• Nach welchem Grundsatz plant man waldbauliche Aktivitäten?
Oberstes Gebot der Forstwirtschaft ist die Nachhaltigkeit. Das bedeutet, es wird in einer bestimmten zeitlichen Periode und in einem bestimmten Waldgebiet nur höchstens so viel Holz eingeschlagen wie nachwächst. Die Forsteinrichtung erarbeitet einen Plan für 10 Jahre, aus dem die jährlichen Wirtschaftspläne abgeleitet werden. Sie ermittelt den Holzvorrat sowie den Zuwachs und errechnet daraus den Hiebssatz. Sie plant die Pflege-, Ernte- und Verjüngungsmaßnahmen und berücksichtigt die Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes sowie Belange des Naturschutzes. Zugleich hat die Forsteinrichtung eine Kontrollfunktion über den Vollzug des letzten 10-Jahreszeitraumes.

• Was versteht man unter der Umtriebszeit?
Unter Umtriebszeit versteht man eine rechnerische mittlere Produktionszeit einer Baumart von der Verjüngung bis zur Ernte. Sie variiert nach Baumart, Standort, Klima und dem angestrebten Wirtschaftsziel. Im naturgemäßen Waldbau verliert sie an Bedeutung; hier werden Einzelbäume nach Erreichen eines Zieldurchmessers von beispielsweise 60 bis 80 cm geerntet.

• Wie hoch liegt die Umtriebszeit einzelner Baumarten?
Sie schwankt z.B. bei den folgenden Baumarten in den angeführten Bereichen: Eiche (180 bis 300 Jahre), Rotbuche (120 bis 160 Jahre), Fichte (80 bis 140 Jahre), Douglasie (80 bis 140 Jahre), Lärche (80 bis 160 Jahre), Kiefer (80 bis 180 Jahre). Bei Pappeln und Baumweiden ist die Umtriebszeit mit 40 bis 60 Jahren kurz.

• Kann der innerdeutsche Holzbedarf aus unseren Wäldern gedeckt werden?
Nein. Der innerdeutsche Holzverbrauch (rd. 59 Mio. m!) kann nur zu etwa zwei Dritteln aus dem eigenen Einschlag (rd. 40 Mio. m3) gedeckt werden. Der Rest wird durch Holz-Einfuhren und Altpapiereinsatz abgedeckt.

Hauptabnehmer der Holzproduktion sind die Bauwirtschaft, die holzbe- und verarbeitende Industrie sowie die Zellstoff- und Papierindustrie.

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