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Bodenjagd Baujagd Fuchs Anstellen Ausrüstung Einschlag - Jagd mit Hunden

21/04/2019
jaeger-werden
Bodenjagd Baujagd Fuchs Anstellen Ausrüstung Einschlag - Jagd mit Hunden

Bodenjagd Baujagd Fuchs Anstellen Ausrüstung Einschlag - Jagd mit Hunden
• Welche Wildarten werden im Bau bejagt?
Insbesondere die Baubewohner Fuchs, Dachs und Kaninchen.

• Welche Hunde werden für die Baujagd verwendet?
Alle Dackel (Teckel) und die verschiedenen jagdlich gezüchteten Terrier.

• Wann steckt der Fuchs im Bau?
Insgesamt eher selten, am häufigsten jedoch während der Ranz- und Roll- zeit, die schon vor Weihnachten beginnt und bis in den Januar dauert. In
Revieren mit wenig Deckung oder Ruhe (Erholungswälder) steckt der Fuchs auch sonst häufiger im Bau. Auch in der Zeit des „Laubfalles“, also je nach Klima und Region, welche die ersten Frostnächten bestimmen, etwa von Mitte Oktober bis Mitte November ist der Fuchs im Bau anzutreffen.

• Was muss der Jäger beim Anstellen am Bau beachten?
Der Wind darf nicht zum Bau stehen. Der Jäger muss die wichtigsten Röhren überblicken, ohne selbst in die Röhre hineinsehen zu können, da ihn der Fuchs sonst aus der Röhre heraus eräugt und natürlich dann nicht springt. Gleichzeitig muss man sich absolut ruhig und still verhalten.
• Wie wird der Bauhund angefeuert (angerüdet), bevor er in den Bau schlieft?
Der Jäger schickt seinen Hund vom Stand aus zum Bau und vermeidet dabei jedes lautes Wort. Erfahrene Bauhunde kennen den Ablauf und suchen sich sobald sie von der Halsung sind die Baueingänge selbstständig.

• Was macht der Jäger, wenn sein Hund nicht in den Bau schliefen will?
Er leint ihn wieder an und geht, denn: entweder ist der Bau unbefahren und somit ohne frische Witterung oder der Hund hat keine Erfahrung oder keine Schärfe. Wenn es an Erfahrung, Jagdpassion oder Schärfe fehlt, muss der Jäger seinen Hund zunächst mit erlegten Füchsen und dann mit einem Übungsbau vertraut machen. Im Revier eingebaute künstliche Baue sind für unerfahrene Junghunde der beste Einstieg in die Baujagd.

Ist der Bau jedoch unbefahren, wäre es ein großer Fehler, den Hund hineinzuschicken. Das Ergebnis sind häufig „baulaute“ Hunde, welche auch dann Laut geben, wenn sich kein Wild im Bau befindet.

• Wie lange dauert es, bis der Fuchs springt?
Das ist sehr unterschiedlich. Füchse, die den Mensch draußen bemerkt haben, springen natürlich ungern. Sie stellen sich lieber einem Kampf mit dem nachfolgenden Hund, der je nach Größe des Baues und Erfahrung des Hundes, bis zu einer Stunde und länger dauern kann. Hat der Fuchs die Jäger vorher nicht bemerkt, so springt er häufig aber auch schon nach wenigen Minuten.

• Was tut man, wenn der erste Fuchs gesprungen ist?
Besonders während der Ranzzeit kann es sein, dass sich mehrere fünf und mehr Füchse sind durchaus möglich) Füchse im Bau aufhalten. Daher verbleiben die Schützen ruhig an ihren Ständen und warten ab bis der Hund erscheint und angeleint werden kann.


Abb. Hat er Verdacht geschöpft, springt er ungern

• Darf man in die Röhre schießen, wenn dort der Fuchs erscheint?
Auf keinen Fall: Erstens wird der mit Erde und Lehm verschmierte Bauhund zu schnell mit einem Fuchs verwechselt, zweitens sind Schüsse spitz von vorne (auf alles Wild) kein tierschutzgerechtes Verhalten und verletzten die Füchse nur, was dann unnötiges Baugraben zur Folge hat; drittens kann durch dieses Verhalten auch der Hund, der sich oft direkt hinter dem Fuchs im Bau befindet, durch Schrote verletzt werden.

• Welche Baue sollten nicht bejagt werden?
Felsbaue oder alle jene, die aufgrund ihrer Lage im Notfall nicht gegraben werden können.

• Wie kann man die Baujagderfolge und optimale Bajagung des Fuchses tierschutzgerecht und wirkungsvoll durchführen?
Durch die Anlage von mehreren künstlichen Bauen (Bausätze) an attraktiven Standorten im Revier. Sehr wichtig für den Jagderfolg ist ein gutes Schussfeld um den künstlichen Bau.


Abb. Der Kunstbau, noch nicht fertig eingebaut

• Was gehört zur Ausrüstung des Baujägers?
Neben der Schrotflinte gehören Grabwerkzeug (Spaten, Spitzhacke, Axt und Säge) für einen evtl. Einschlag; Kleinkaliberpistole für den Fuchs beim erfolgten Einschlag sowie Wasserkanister und Verbandskasten für den Hund zur Grundausrüstung. Präventiv für das punktgenaue Orten vom Bauhund unter der Erde haben sich Peilsender bewährt, die dem Hund mit einem dehnbaren Halsband umgelegt werden.

• Was ist bei einem Einschlag zu beachten?
Die Grundsätze der Unfallverhütung. Es besteht die Gefahr, dass Bodenmaterial nachrutscht und den im Einschlag befindlichen Jäger verschüttet. Daher sollen tiefere Einschläge nie alleine gemacht, keine stärkeren Bäume untergraben und/oder Hauptwurzeln gekappt werden.

• Was macht der Jäger nach beendeter Einschlagarbeit?
Die offene Röhre darf nicht einfach wieder zugeschüttet werden. Daher baut man mit dicken Brettern und Hölzern einen Sturz als oberen Abschluss der Röhre. Erst dann wird der Einschlag vorsichtig zugeschüttet.

• Wie kann man es erreichen, dass der Bauhund den Dachs nicht arbeitet?
Liegt die Vermutung nahe, dass der Hund am Dachs arbeitet, verlässt der Jäger demonstrativ den Bau. Solange der Hund den Jäger auf dem Bau vermutet, wird er nicht abbrechen. Kommt er heraus und vermisst den/die Jäger, wird er der Spur seines Führers folgen. Entscheidend ist, dass nie ein Dachs vor dem Hund zur Strecke kommt.

• Was tut der Jäger, wenn der Fuchs absolut nicht springen will?
Er nimmt seinen Hund bei nächster Gelegenheit ab und setzt sich mit gutem Wind still an den Bau. Meist versucht sich der Fuchs, sobald es still geworden ist, zu verdrücken.

• Lässt sich der Dachs sprengen?
Höchst selten. Er zieht sich im Bau in einen Kessel oder eine Endröhre zurück und bringt Sand oder Erde zwischen sich und den Hund (er verklüftet sich). Bei manchen Hunden kommt es auch vor, dass der Dachs den Hund überrollt und ihn dann verklüftet. Daher muss ein Einschlag gemacht werden um an den vorliegenden Hund und den Dachs heran zu kommen. Man spricht aus diesem Grund auch vom „Dachsgraben“.

• Gibt es eine Notwendigkeit für die Baujagd auf den Dachs?
Nein, denn der Dachs ist außerhalb des Baues viel leichter und sicherer zu bejagen. Außerdem sind Baue intime Lebensräume und Aufzuchtstätten des Wildes, die wir nicht sinnlos zerstören dürfen. Das Dachsgraben ist nicht mehr zeitgemäß und heute aus Tier- und Naturschutzgründen absolut abzulehnen. Daher sollte man möglichst die schwierige und für den Hund gefährliche Arbeit des Dachsgrabens unterlassen.

• Springt der Waschbär?
Im Bau sitzende Waschbären springen sehr selten und sind gefährliche Gegner der Bauhunde. Es ist besser, sie außerhalb des Baues zu bejagen.

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