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Leistungsprüfungen VGP System Schweißfährte Arbeitsweise VSwP – Hundeprüfungen

22/04/2019
jaeger-werden
Leistungsprüfungen VGP System Schweißfährte Arbeitsweise VSwP – Hundeprüfungen

Leistungsprüfungen VGP System Schweißfährte Arbeitsweise VSwP – Hundeprüfungen
• Worin liegt die besondere Bedeutung einer bestandenen (Verbands-)Gebrauchsprüfung (VGP)?
Die (V)GP ist eine Leistungsprüfung, die vom vielseitigen Gebrauchshund ein Allroundkönnen verlangt. Ein VGP-Hund ist in der Regel ein nervenfester, belastbarer, arbeitsfreudiger und gehorsamer Jagdhelfer, der die für die vielfältigen Arbeiten auf dem Feld, im Wald und im Wasser nötigen Voraussetzungen hat. Zu einem wirklich zuverlässigen, erfahrenen und oft auch spezialisierten Jagdhund
kann ihn allerdings nur die regelmäßige Praxis machen.

• Mit welchem Alter sollte der Jagdgebrauchshund auf der VGP geführt werden?
Da die VGP die sogenannte Meisterprüfung darstellt, sollte der Hund erst im zweiten Feld, d.h. im Alter von ca. zweieinhalb Jahren, auf dieser Prüfung vorgestellt werden, da schon eine gewisse Erfahrung im praktischen Jagdbetrieb erwünscht und sinnvoll ist. Das Führen bereits im ersten Feld ist meist die Folge eines (nicht erwünschten! sportlichen Ehrgeizes oder rein geschäftlicher Überlegungen.

• Worauf wird bei der VGP ganz besonderer Wert gelegt?
Auf den Gehorsam des Hundes mit und ohne Wildberührung.
Er muss sich jederzeit an flüchtendem Wild halten lassen, in allen Fächern des Gehorsams wie Leinenführigkeit, Folgen frei bei Fuß, Ablegen, Verhalten auf dem Stand (Schussruhe) firm sein und außerdem bei allen (!) Arbeiten seinen Gehorsam unter Beweis stellen. So führt z.B. das prädikatsmindernde Abkommen von der Schweißfährte auch zu einer Prädikatsminderung im Fach Allgemeines Verhalten/Gehorsam bei der Waldarbeit.

• Durch welche anderen zusätzlichen Fächer unterscheidet sich die VGP von einer HZP?
Vor allem durch die Schweißarbeit und die Fuchsfächer. Neben den schon erwähnten Gehorsamsfächern ist die Prüfung bei der Wasserarbeit um das Fach „Stöbern im deckungsreichen Gewässer“ erweitert, und der Hund muss im Wald die Fächer „Stöbern“ und „Buschieren“ absolvieren. Im Feld muss er zusätzlich ein in der Deckung (z.B. Rübenacker) ausgelegtes Stück Federwild verlorensuchen und bringen.

• Wie sieht die Schweißfährte aus?
Zur Wahl steht die Arbeit auf einer Obernachtfährte (höhere Punktzahl) und einer Fährte, die nur 2 bis 5 Stunden steht. Beide sind 400 m lang und werden mit Wildschweiß getupft oder gespritzt. Nach etwa 100 und 300 m wird je ein stumpfer Haken eingelegt und nach 200 und 400 je ein Wundbett angelegt. Erst kurz bevor der Hund die Fährte arbeitet, wird ein Stück Schalenwild beim zweiten Wundbett abgelegt.

Für die Arbeit des Tot-Verbellers oder -Verweisers wird die Fährte dann erst um 200 m verlängert, wenn dieser das zweite Wundbett gefunden hat. Ist die Fährte gelegt und das Stück Wild am dritten Wundbett abgelegt, dann folgt ihr der Hund frei (ohne Schweißriemen). Findet er das Stück, dann muss er, je nach Einarbeitung, seinen Führer durch Verbellen oder Verweisen in Besitz des Stückes bringen.

• Welche Arbeitsweise wird hier vom Hund verlangt?
Er soll die Schweißfährte konzentriert, ruhig aber zügig durcharbeiten und dabei den Willen zeigen, die Fährte fortzubringen und, falls nötig, durch Bogenschlagen die verlorene Fährte wiederzufinden.

• Worin besteht die zusätzliche Arbeit eines Totverbellers oder Totverweisers?
Nach dem Finden des zweiten Wundbettes werden die letzten 200 m der Fährte gelegt, die der Hund dann frei arbeitet, um als Totverbeller dann am gefundenen Stück zu bleiben und es ca. 10 Minuten zu verbellen. Hat der Verweiser das Stück erreicht, so muss er das vom Führer vorher beschriebene Verhalten (beim Bringselverweiser das Pendeln zwischen Stück und Führer mit dem am Bock immer wieder aufzunehmendem Bring sei) eindeutig zeigen und so das Gespann zum Erfolg bringen.

Wie sich der Hund am Stück verhält wird von einem Richter beobachtet, der sich in Sichtweite des Stückes aufhält. Schneidet der Hund an (frisst er am Stück), so scheidet er aus der Prüfung aus. Auch reine Riemenarbeiter werden auf ihr Verhalten am Stück hin geprüft.

• Was wird in den Fuchsfächern vom Hund verlangt?
1. Er muss im Wald eine 300 m lange Fuchsschleppe arbeiten. Die Hauptschwierigkeiten bestehen darin, dass die meisten Hunde Füchse nur recht unwillig apportieren (wahrscheinlich wegen des unangenehmen Geruchs) und der zu bringende Fuchs mindestens sieben Pfund wiegen muss.
2. Er muss den Fuchs über eine Hürde oder einen Graben bringen, was in Anbetracht der Größe und des Gewichts einen gut durchtrainierten Hund verlangt.
(An dieser Stelle muss darauf hingewiesen werden, dass durch die inzwischen nahezu flächendeckende Verbreitung des Fuchsbandwurms für den Menschen nicht zu verharmlosende Gefahren beim Kontakt mit Füchsen bestehen.)

• Welche Leistung wird im Fach „Stöbern ohne Ente im deckungsreichen Gewässer“ verlangt?
Hierbei handelt es sich um das zweite Fach, das bei der Wasserarbeit der VGP geprüft wird und über die Anforderungen der HZP hinausgeht. Der Hund soll auf einfachen Befehl seines Führers ins Wasser gehen und dort etwa 10 Minuten im Schilf stöbern, wobei er sich gut lenken lassen soll. Dies verlangt neben einer großen Wasserpassion auch eine Menge Gehorsam vom Hund, da er in der Regel bei diesem Fach keine Wildberührung hat.

• Was ist der Unterschied zwischen dem Fach „Stöbern“ und dem Fach „Buschieren“?
Beide gehören zu den Waldfächern, das erste wird in einer Dickung, das letztere im hohen Bestand, auf niedrigen Kulturen oder kurz bewachsenen Schlägen geprüft. Beim Stöbern soll der Hund selbständig und sich von seinem Führer lösend einen Dickungskomplex absuchen, während er beim Buschieren unter der Flinte, das heißt im Schussbereich seines Herrn, suchen und sich dabei gut lenken lassen muss.

• Nach welchem System werden die Hunde auf der VGP bewertet?
Mit Zensuren, die von „0 = ungenügend“ bis „4 = sehr gut" (bei besonderen Leistungen hervorragend - 4h) reichen.

Diese Leistungsziffern werden mit Fachwertziffern multipliziert, die dann aufaddiert die Gesamtpunktzahl ergeben.

Weiterhin erfolgt die Einordnung in einen I., II. oder III. Preis. Die hierfür in den einzelnen Fächern bzw. Fachgruppen zu erbringenden Mindestleistungen sind in den Prüfungsordnungen festgelegt.

• Was ist eine Verbandsprüfung nach dem Schuss (VPS)?
Die VPS unterscheidet sich nur unwesentlich von der VGP. Im Feld werden die Fächer Suche und Vorstehen nicht, geprüft. Es können also auch Hunde, die keine Vorstehhunde sind, an der Prüfung teilnehmen. Im Wald muss die Übernachtfährte gearbeitet werden. Die Fuchsfächer sind nicht, verbindlich.

• Welche wichtigen Leistungsprüfungen gibt es noch?
Die Verbandsschweißprüfung (VSwP), die Verbandsfährtenschuhprüfung (VFSP), die Verlorenbringerprüfung (Vbr) und die Bringtreueprüfung (Btr) beim JGHV, sowie die rassespezifischen Leistungsprüfungen der Zuchtvereine.

• Was wird bei der VSwP oder einer VFSP verlangt?
Wesentlich mehr als bei der VGP. Sie wird als Sonderprüfung mit Riemenarbeit auf der künstlichen Fährte abgehalten. Dabei wird die Schweißfährte mit 14 1 Schalenwildschweiß getupft oder getropft oder mit dem Fährtenschuh getreten (Schweiß findet sich nur zu Beginn und Ende der Fährte und an den Verweiserpunkten). Die Länge beträgt jeweils nicht unter 1000 m, die Stehzeit nicht unter 20 (oder 40) Stunden. Zugelassen werden in der Zeit vom 1.5. bis 15.11. alle Jagdhunde, die am Prüfungstag mindestens

• Monate alt und im Zuchtbuch eines vom JGHV anerkannten Zuchtvereins oder -verbandes eingetragen sind. Die Fährten werden je mit einem rechten Winkel nach etwa 200, 400 und 800 Meter gelegt. Auf der Fährte sind zwei Wundbetten mit erkennbar größerer Schweißmenge oder Risshaarbüscheln anzulegen. Für die bestandene VSwP werden die Leistungszeichen Sw I (sehr gut), Sw II (gut) und Sw III (ausreichend) erteilt. Der Stammbuchführer trägt dieses Zeichen hinter dem Namen und der Zuchtbuchnummer des Hundes ins Gebrauchshundestammbuch ein.
Ähnlich hohe Anforderungen finden sich in den Leistungsprüfungsordnungen einiger Zuchtvereine (Teckel, BGS, Bracken).

• Wann wird das Leistungszeichen „Vbr“ vergeben?
Der Hund muss, auf die Wundspur eines kranken Hasen oder Fuchses gesetzt, der Spur so lange folgen, bis er entweder das verendete Stück findet oder das kranke fängt und jeweils seinem Führer zuträgt. Um das Leistungszeichen „Vbr“ zu erhalten, muss er auf einer Jagd bei zwei mindestens 300 m langen wie oben beschriebenen Arbeiten erfolgreich sein. Die Arbeiten müssen von Verbandsrichtern bezeugt bzw. bestätigt sein.

• Was wird auf einer Bringtreueprüfung geprüft?
Hier soll der Hund seine Zuverlässigkeit im Bringen dadurch beweisen, dass er kalte Beutegreifer (Fuchs), die er zufällig findet, seinem Führer zuträgt. Die Schwierigkeit besteht zum einen darin, dass man dem Hund keinen Bringbefehl geben darf, und zum anderen darin, dass er nicht einer Spur oder Fährte folgend zum Stück gelangen kann.

• Welche Bedeutung haben die Leistungszeichen?
Leistungszeichen sind Abkürzungen, die auf der Ahnentafel bzw. ins DGStB eingetragen werden und die die auf Prüfungen oder im praktischen Jagdgebrauch erbrachten Leistungen des Hundes dokumentieren. Sie werden dem Namen des Hundes voran gestellt oder angefügt und sind Bestandteil des Namens wie ein akademischer Titel.

Leider hat nahezu jeder Zuchtverein eigene Leistungszeichen, die auch für den Insider kaum noch zu durchschauen sind. So bedeutet ein Doppelpunkt (= Sinnbild für 2 Schweißtropfen) beim Schweißhund eine bestandene Hauptprüfung und beim Wachtel nachgewiesene Leistungen auf der natürlichen Wundfährte. Bei einigen anderen Rassen wird die Leistung auf natürlicher Wundfährte durch ein SwN („Schweiß-Natur“) dargestellt.
Nachfolgend eine Liste der Leistungszeichen des Jagdgebrauchshundverbandes:

Leistungszeichen Bedeutung
    / Härtenachweis abgelegt
   Vbr Verlorenbringer auf natürlicher Wundspur
   Btr Bringtreuprüfung bestanden
   Sw Verbandsschweißprüfung bestanden, z.B. Sw 11=2.Preis auf 20- stündiger Fährte, Sw /I=l.Preis auf 40-stündiger Fährte.
    A.H. Armbruster-Haltabzeichen (Hund lässt sich bei der Hetze eines Hasen durch Trillerpfiff anhalten und arbeitet danach die Spur)
Lautjagerstrich (vor dem Namen des Hundes)
   — Totverbeller (vor dem Namen des Hundes)
    L Totverweiser (vor dem Namen des Hundes)
Vater im DGStB (hinter dem Namen des Hundes)
    / Mutter im DGStB (hinter dem Namen des Hundes)
    < beide Eltern im DGStB (hinter dem Namen des Hundes)
   CAC1B Internationales Schönheitschampionat
   CAC1T Internationales Arbeitschampionat

Diese Leistungszeichen gelten für die Vorstehhunde, andere Rassen verwenden ähnliche Leistungszeichen.

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