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Pilzkrankheiten Parazitär bedingte Erkrankungen und Ektoparasiten - Infektiöse Wildkrankheiten

18/04/2019
jaeger-werden
Pilzkrankheiten Parazitär bedingte Erkrankungen und Ektoparasiten - Infektiöse Wildkrankheiten

Pilzkrankheiten Parazitär bedingte Erkrankungen und Ektoparasiten - Infektiöse Wildkrankheiten

Parasitäre Krankheiten Bakterielle Krankheiten Viruskrankheiten Pilzkrankheiten
Ektoparasiten Pseudotuberkulose Tollwut Glatzflechte
Spinnentiere Pasteureilosen Schweinepest (2 Arten) Aspergillose
Räudemilben; Zecken Salmonellosen Aujeszkysche Erkrankung
Tularämie Myxomatose
Insekten Staphylococcose Hämorrhagische Erkrankung
Haar- und Federlinge; Brucellosen der Kaninchen (RHD)
Läuse; Flöhe; Laus­ Aktinomykosen Geflügelpest (Newcastle Disease,
fliegen; Hautdassel­ Tuberkulosen Aviäre Influenza)
larven; Rachen­ Papillomatose Geflügelpocken
Bremsenlarven Rotlauf Taubenpocken
Milzbrand Ornithose (Psittakose)
Endoparasiten Moderhinke Hasenleberentzündung (EBHS)
Borrelliose(Mensch/Zecken) Staupe (Seehund/Marder)
Einzeller Botulismus (Gift) Zeckenencephalitis (Zecken/Mensch)
Kokzidien; Toxoplasmen Maul- und Klauenseuche
Sarkosporidien Sarkome (z.T. virusbedingt)
Rundwürmer
Magen-Darmwürmer;
Lungenwürmer; Kreuz-
lähmewürmer; Rotwurm;
Trichinen
Plattwürmer
Bandwürmer;
Großer Leberegel;
Kleiner Leberegel

Pilzkrankheiten Glatzflechte (Trichophytie)
• Welche Krankheit wird durch Pilze hervorgerufen?
Die Glatzflechte. Sie kommt bei Elch-, Rot und Rehwild und anderem Haarwild vor. Der Erreger der Glatzflechte (Trichophyton tonsurans) lebt im Hornteil der Decke und verursacht kreisrunde, kahle Stellen. Vorsicht ist bei Berührung geboten, da die Glatzflechte für den Menschen infektiös ist. Auch Schimmelpilze können in den Organen zu Pilzbefall führen (Aspergillose).

Parasitär bedingte Erkrankungen
• Was sind Parasiten?
Es sind auf einer niederen Entwicklungsstufe stehende Tiere, die vorübergehend oder dauernd auf oder in dem Körper höherer Tiere leben und sich dabei auf Kosten ihrer Wirte ernähren. Normalerweise wird ein Parasit seinen Wirt nicht töten, aber schwächen. Er würde sich durch das Töten des Wirtes seiner eigenen Lebensgrundlage berauben. Das kommt nur in Ausnahmefällen bei Jungtieren oder bei gehäuftem Auftreten der Parasiten vor. Ihrer Lebensweise nach werden Parasiten eingeteilt in: Ektoparasiten und Endoparasiten, also in Parasiten, die auf der Körperoberfläche des Wirts bzw. im Wirt leben.


Abb. Im Parasitenkreislaufschema sind die bei last allen Parasiten auftretenden biologischen Vorgänge erfasst und die hierfür wichtigen Fachausdrücke vermerkt. Diese sind im Text erklärt. Der spezielle Kreislauf für Lungen- und Magenwürmer, den kleinen Fuchsbandwurm und Leberegel ist ebenfalls im Text wiedergegeben.

Ektoparasiten
• Welche beim Wild vorkommende Ektoparasiten übertragen Wild krankheiten ?
Lausfliegen (Hirschläuse), Dassellarven, Rachenbremsenlarven, Läuse, Haarlinge, rote Vogelmilbe, Flöhe, Federlinge, Holzböcke oder Zecken, Räudemilben, u.a.m.
Blutsaugende Insekten (Fliegen, Stechmücken und der Kaninchenfloh) übertragen die Myxomatose. Zecken übertragen Zeckenencephalitis und Borelliose. Flöhe, Läuse und Zecken verbreiten die Tularämie oder Nagerpest.

Hirschlausfliege
• Was wissen wir von der Hirschlausfliege?
Sie kommt auf Schalenwild oft in großer Zahl vor, ist etwa 7 mm lang, gelb- bis schwarzbraun gefärbt und hat während des Sommers Flügel, um von einem Wirtstier auf das andere gelangen zu können. Bei diesen Flügen verklettet sie sich auch im menschlichen Haar. Nach der Begattung verliert das Weibchen auf ihrem Wirt die Flügel, während das Männchen die Flügel länger behält. Die vom Weibchen lebend geborenen Larven verpuppen sich zwischen den Haaren.

Dasselfliegen
• Wodurch entstehen die Dasselbeulen unter der Decke des Reh- und Rotwildes?
Durch die bis 2 cm langen, walzenförmigen Larven der Dasselfliegen. Von Dassellarven werden Rot- und Rehwild befallen. Sie sind wildartspezifisch.


Abb. Dasselfliegenlarvenbefall im Januar in der Rückenunterhaut von einem Reh

• Was wissen wir über den Entwicklungsgang der Dasselfliegen?
Die stubenfliegenähnlichen Dasselfliegen (s. Abb.) leben nur 4 bis 6 Tage. In den Monaten Juni bis August schwärmen sie aus, besonders an heißen Tagen, und kleben ihre Eier an die Haare der Hinterläufe, der Flanken und des Unterbauches des Wildes. Aus den etwa 1 mm großen Eiern schlüpfen nach 3 bis 4 Tagen Larven. Sie bohren sich in den Körper bis unter die Decke ein und wandern auf einem monatelangen Wanderweg durch den Körper bis unter die Rückendecke (Larvenzustand Ende Januar, s. Abb.). Ab Januar beginnen sie dann, lebhaft zu wachsen. Die „reil" gewordenen Dassellarven bilden unter der Decke des Rückens beulige Auftreibungen. In den Monaten Mai bis Juli schlüpfen sie aus den Beulen aus, fallen zu Boden und verpuppen sich. Nach einer Puppenruhe von 4 bis 5 Wochen schlüpfen die Dasselfliegen aus und beginnen den Kreislauf aufs neue.


Abb. Dasselfliegenkreislauf

• Wird das wiederkäuende Schalenwild von den gleichen Hautdassellarven befallen wie das Rind?
Nein. Beim Wild handelt es sich um andere Arten der Dassellarven, so dass wechselseitige Ansteckungen nicht möglich sind (beim Rehwild Gattung Hypoderma diana, beim Rotwild Hypoderma actaeon. Die Larven sind zwischen-wirtsspezifisch).
• Von welchem Monat ab werden die Larven unter der Decke des Wildes sichtbar und vom Jäger angetroffen?
Ab Januar. Beim „Aus-der-Decke-schlagen“ gestreckten Wildes wird das Unterhautbindegewebe der Rückengegend blutig-sulzig und mit zahlreichen, kleinen Larven durchsetzt angetroffen. Bei einem Stück können bis 300 Larven Vorkommen. Ihre endgültige Größe und „Reife“ erreichen die Larven erst ab April (also außerhalb der Schußzeit). Reife Dassellarven ähneln Engerlingen (Larven des Maikäfers).

Rachenbremsen
• Was sind Rachenbremsenlarven?
Sie sind der Larvenzustand der Rachenbremsen (Cephenomyia Stimulator beim Reh und Pharyngomyia picta beim Rotwild). Sie finden sich in der Nasen- und Rachenhöhle sowie am und im Drosselkopf und Schlundkopf des Elch-, Rot- und Rehwildes und verursachen das oft hörbare schnarchende Husten, Niesen (dabei auch Kopfschütteln) der befallenen Stücke.
• Wie gelangen Rachenbremsenlarven in den Nasen-Rachenraum?
Die hummelähnliche, braunrot behaarte Rachenbremse schwärmt - je nach ihrer Art - von Ende Mai bis Anfang September (Hochzeitsflug). Nach der Begattung lebt das Weibchen noch zwei Wochen. Es ist lebendgebärend und spritzt im Flug, trotz der Abwehrversuche des Wildes, die jungen Larven dem Wild in den Windfang. Die Larven setzen sich in der Schleimhaut fest und wandern in die Nasen- und Rachenhöhle. Im Frühjahr wachsen sie dann schnell und sind ab April bis Juni als vollentwickelte Larven, von gelblicher Farbe mit schwarzen Punkten, anzutreffen.

Durch Borsten an der Oberfläche und einen Haftapparat an der Mundöffnung verankern sie sich derart fest, dass sie weder ausgehustet oder ausgeniest noch durch Schleuderbewegungen mit dem Kopf ausgeschleudert werden können.

Wenn die Larven „reif“ geworden sind, lassen sie sich aus dem Windfang zur Erde fallen und verpuppen sich. Nach einer Ruhezeit von 5 Wochen schlüpft aus der schwarzen Puppe die etwa 1,5 cm lange geschlechtsreife Fliege, so dass nun der Entwicklungsgang von vorne beginnen kann.


Abb. Rachenbremsenlar- venbefall beim Rehbock im Frühjahr

• Welche Krankheitserscheinungen rufen die Rachenbremsenlarven hervor?
Sie verursachen, je nach ihrem Sitz, Husten, Niesen oder erschwertes Atmen, das sogenannte „Schnarchen“. Am schwersten leidet das Jungwild unter dem Schmarotzerbefall. Bei einem Stück werden häufig bis zu 100 Larven gefunden. Die befallenen Stücke kümmern, verfärben spät, schieben schlecht und bleiben in der Wildbretstärke weit hinter gesunden zurück.
• Wie kann man die Dassel- und Rachendasselfliege bekämpfen?
Durch Schutz der larven- und fliegenfressenden Vögel (wie Stare, Fliegenschnäpper, Rotschwänze, Kohl-, Blau- und Tannenmeisen) und durch Anlage von Schutzgehölzen und Anbringen von Nistkästen für sie. Sie fangen die Fliegen während der Schwarmzeit und nehmen - wie Schwarzwild, Dachs, Igel und Fasan - die Larven und Puppen auf. Stare und Meisen sollen auf der Decke des mit Dassellarven (und Lausfliegen) befallenen Wildes beobachtet worden sein, wo sie nach diesen Parasiten suchen, was vom Wild gern geduldet werden soll. Kranke Stücke sind nach Absprache mit der Jagdbehörde zu erlegen. Vorgefundene Larven sind sorgsam zu sammeln und unschädlich zu beseitigen (zu verbrennen), damit sie sich nicht verpuppen und zu Fliegen entwickeln können.

Haarlinge und Federlinge
• Bei welchen Wildarten kommen Haar- und Federlinge vor?
Bei fast allen Wildarten, insbesondere bei geschwächten Tieren. Haar- und Federlinge ernähren sich von Haaren bzw. Federn und Hautschuppen. Sie verursachen Juckreiz.

Flöhe
• Was muss der Jäger vom Hundefloh wissen?
Der Hundefloh gehört zu den Insekten (6 Beine) mit stechenden Mundwerkzeugen. Er ist Blutsauger. Der Hundefloh ist Zwischenwirt des kürbiskernförmigen Hundebandwurms (Dipylidium caninum). Er ist der häufigste Hundebandwurm.

Vogelmilbe
• Welche Bedeutung hat die rote Vogelmilbe?
In freier Wildbahn spielt sie keine Rolle. In Gebäuden befallt sie in Massen neben Hausgeflügel auch Wildgeflügel, besonders Fasanen in Fasanerien. Sie geht vorwiegend nachts an die Tiere, saugt Blut und verursacht hochgradige Blutarmut, bei starkem Milbenbefall kommt es auch zu plötzlichen Todesfällen. Tagsüber lebt sie in Nestern und Fugen des Stalls. Eine Bekämpfung ist mit Insektiziden - mit Sanierung des Stalls - möglich. Milben haben 8 Beine.

Räude
• Was ist die Räude?
Eine durch artspezifische Milben hervorgerufene Hauterkrankung mit Haarausfall und juckenden, schuppigen oder borkigen Stellen, die bekratzt werden. Milben gehören zu den Spinnentieren und haben vier Beinpaare. Die Räudemilben sind nur im Mikroskop sichtbar. An der erkrankten Hautstellen, hauptsächlich am Haupt (Kopf), den Lauschern (Tellern) und an der Unterbrust, fallen die Haare aus, und es kommt zur Bildung von Falten und Borken. Beim Wild sind nur die Sarcoptesmilben von Bedeutung, beim Hund auch Demodexmilben.
• Bei welchem Wild kann die Räude seuchenartig auftreten?
Bei Gams, Fuchs, Dachs, Waschbär und Wildschwein. Vorübergehend können Wildmilben auch Menschen und Hunde belästigen. Die Übertragung erfolgt durch direkte Berührung kranker und gesunder Stücke im Rudel, im Bett und während der Brunft.
Die Verbreitungsgeschwindigkeit steigt mit zunehmender Wilddichte.


Abb. Sarkoptesräude beim Fuchs: Borkige Auflagerungen auf der Keule und der Lunte, verbunden mit Haarausfall

• Wie wird die Räude bekämpft?
Durch Bejagung der kranken und schwachen Stücke.
Kranke Stücke sind mit guten Jagdgläsern und Spektiven zu erkennen. Die abgekommenen, gefallenen und erlegten Räudegams sollten unschädlich beseitigt werden. Die Abwehrkräfte des Körpers stärkt man durch Vermeidung jeglicher Beunruhigung des Gamswildes (Skiläufer), durch Verbesserung der Äsungsverhältnisse und durch Gaben von Mineralsalzen mit Spurenelementen in Salzleckkästen. Auch bei überhöhter Wilddichte von Schwarzwild und Fuchs sowie bei Nahrungsmangel tritt Räude auf.

Zecken/Holzböcke
• Was wissen wir von den Zecken oder Holzböcken?
Der gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist ein Blutsauger. Das mit einem großen Rückenschild versehene Männchen ist dunkelbraun und nur 1,5 mm lang. Das Weibchen erscheint heller und ist nüchtern etwa 4 mm groß. Vollgesogen erreicht es eine Länge bis 12 mm. Sein ovaler bleigrauer Körper ähnelt dann einem Rizinuskern. Zu ihrer Verbreitung klettern die Holzböcke an Grashalmen, Blättern von Sträuchern usw. empor und lassen sich von hier auf die Körperoberfläche vorbeiziehender Wirtstiere fallen. Sie sitzen besonders am Kopf und Hals des Wirtes. Man findet sie bei Elch-, Rot- und Rehwild sowie bei Hasen, Kaninchen, Füchsen, Hunden und allen Warmblütern. Sie benötigen drei Wirtstiere zur Entwicklung von der Larve über Nymphe bis zum Geschlechtstier.

• Welche Gefahr kann von Zeckenbissen ausgehen?
Durch Zeckenbisse kann eine Gehirnhautentzündung (Zeckenencephalitis) auf den Menschen übertragen werden. Die Viruskrankheit fordert Todesopfer. Zuerst erinnert ein Erkranken an eine Sommergrippe. Nach schweren Kopfschmerzen und Brechreiz treten Lähmungen auf. Das Fieber steigt über 40 °C. Innerhalb 96 Stunden nach Infektion muss geimpft werden. Es gibt bereits eine vorbeugende Immunisierung. Zwei Injektionen im Monatsabstand schützen ein ganzes Jahr. Eine jährliche Auffrischung ist notwendig.

Ferner wird eine bakterielle Erkrankung, die Borelliose, durch Zecken auf den Menschen übertragen. Sie verläuft in drei Stadien mit Intervallen. Auf jeden Fall muss man sich - möglichst bereits im ersten Stadium (Rötung um die Stichstelle) - mit Antibiotika behandeln lassen. Sonst verlaufen das zweite und dritte Stadium mit sehr vielseitigen Gesundheitsschäden für den Betroffenen. In Borelliosegebieten sollten die Holzböcke sofort entfernt werden, um eine bakterielle Infektion zu mindern.

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